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Die nachfolgenden Internetseiten der DZ BANK dürfen nur von Personen angesehen werden, deren dauerhafter Wohn-/Geschäftssitz in einem der Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz ist, die sich nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, oder Japan befinden und die keine „U.S.-Person“ gemäß Definition der „Regulation S“ des amerikanischen Wertpapiergesetzes „U.S. Securities Act“ von 1933 in der jeweils gültigen Fassung (im Folgenden „U.S.-Person“) sind. Die DZ BANK übernimmt insbesondere keine Verantwortung für die Verbreitung des Inhalts von Internetseiten gegenüber Personen, die nachfolgend falsche Angaben machen.

Ich habe meinen dauerhaften Wohn-/Geschäftssitz in einem Mitgliedsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz und habe die Pflichtangaben und Interessenkonflikte / Rechtliche Hinweise gelesen und bin mit ihnen einverstanden. Ich bestätige, dass ich mich derzeit nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada oder Japan befinde, dass ich keinen dauerhaften Wohnsitz in den Vereinigten Staaten von Amerika habe und dass ich auch keine „U.S.-Person“ bin.

#2
Ausgabe

Schwergewicht

Deutsche Arbeitnehmer tragen mit die höchste Abgabenlast

Wussten Sie schon?
Tanja Pecher
3 min
265 Leser
15.06.2018

Hierzulande sind die Steuern und Sozialabgaben auf Arbeitseinkommen so hoch wie in kaum einem anderen Industrieland. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede in den verschiedenen Haushaltstypen. Insbesondere für kinderlose Singles fällt das Ergebnis ernüchternd aus. Aber auch Alleinerziehende mit unterdurchschnittlichem Einkommen sind vergleichsweise stark belastet.

Zu diesem Ergebnis kommt die OECD – Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – in ihrer jährlichen Studie „Taxing Wages“, die die Belastung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in den Mitgliedsstaaten untersucht. Im aktuellen Bericht richtet sich der Schwerpunkt auf die Unterschiede in den verfügbaren Einkommen von Haushalten mit und ohne Kinder.

Der Durchschnittsverdiener im OECD-Raum führt mit 25,5% etwas mehr als ein Viertel seines Bruttoeinkommens für Einkommensteuern und Sozialversicherungsbeiträge ab – ein seit 20 Jahren nahezu stabiler Wert. Berücksichtigt man zusätzlich den Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben, ergibt sich die effektive Steuer- und Abgabenbelastung der Arbeitseinkommen. Diese beläuft sich im OECD-Schnitt für kinderlose Alleinverdiener auf 35,9%. In Deutschland liegt dieser sogenannte „Steuerkeil“ für kinderlose Alleinstehende sogar bei 49,7% – nochmals 0,3 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Einzig Belgien übertrifft diesen Wert mit 53,7%.

Nur Familien mit einem Einkommen profitieren

Deutlich besser gestellt sind Familien mit zwei Kindern. Sie zahlen durchschnittlich nur 34,5% ihres Arbeitseinkommens an den Staat und die gesetzlichen Sozialversicherungen. Damit kommt Deutschland auf den neunten Platz im OECD-Vergleich, übertrifft aber auch hier bei Weitem den Durchschnittswert von 26,1%.

Nach Aussage der OECD sind es die finanziellen Zuschüsse und Steuervergünstigungen für kinderreiche Familien, die die Abgabenlast im Vergleich zu alleinstehenden Durchschnittsverdienern reduzieren. Im Jahr 2017 war diese Minderung in Deutschland mit 15,2 Prozentpunkten größer als im OECD-Durchschnitt (9,8 Prozentpunkte). Von diesen Vorteilen profitieren jedoch lediglich Familien mit einem Verdienst. Sobald auch der Partner Einkünfte erzielt, schnellt die Abgabenlast in Richtung der 40%-Marke, je nach Differenz zum Durchschnittslohn.

Am gravierendsten ist die Lage alleinerziehender Geringverdiener mit zwei Kindern.

Mit lediglich zwei Dritteln des Durchschnittsverdienstes zahlen sie hierzulande 31,5% an Steuern und Sozialabgaben. Dies markiert nicht nur den fünfthöchsten Wert im Vergleich zu den übrigen Ländern, sondern ist auch mehr als doppelt so viel wie im OECD-Durchschnitt (15,3%).

Hier hat Deutschland noch Nachholbedarf: Denn nach Aussage der OECD ist eine Steuerpolitik, die Arbeitsanreize für Geringverdiener und Bezieher mittlerer Einkommen erhält und fördert, für ein inklusives Wachstum von entscheidender Bedeutung.

In diesem Zusammenhang kommt der Vorstoß der Bundesregierung gelegen: Um die Steuerpolitik gerechter zu gestalten, hat das Bundesfinanzministerium kürzlich ein Paket zur Familienentlastung geschnürt, das im Laufe des kommenden Jahres in Kraft treten soll. Die darin enthaltenen Maßnahmen umfassen neben der schrittweisen Erhöhung des Kindergelds und -freibetrags auch die Anhebung des Grundfreibetrags. Darüber hinaus sollen die bei der Einkommensteuer geltenden Grenzwerte verschoben werden, um der sogenannten kalten Progression entgegenzuwirken und so untere und mittlere Einkommen zu entlasten. Ob diese Maßnahmen spürbare Verbesserungen für diejenigen bringen, die sie am nötigsten haben, bleibt abzuwarten. Immerhin ist schon einmal ein Anfang gemacht.

Die ausführliche Studie OECD (2018), „Taxing Wages 2018“, OECD Publishing, Paris. finden Sie unter: http://dx.doi.org/10.1787/tax_wages-2018-en

Steuerkeil* nach Haushaltstyp

Familien, 2 Kinder, Alleinverdienst kinderlose Alleinverdiener, Durchschnittseinkommen Familien, 2 Kinder, Doppelverdiener AlleinstehendeGeringverdiener, 2 Kinder 60 50 30 40 20 10 0 % Höhe des Steuerkeils 35,9 49,7 26,1 34,5 30,7 42,7 15,3 31,5 Deutschland DE OECD-Durchschnitt OECD

Quelle: OECD-Studie „Taxing Wages 2018“

*effektive Steuer- und Abgabenbelastung der Arbeitskosten unter Berücksichtigung der arbeitgeberseitigen Kosten und Abgaben

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