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Die nachfolgenden Internetseiten der DZ BANK dürfen nur von Personen angesehen werden, deren dauerhafter Wohn-/Geschäftssitz in einem der Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz ist, die sich nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, oder Japan befinden und die keine „U.S.-Person“ gemäß Definition der „Regulation S“ des amerikanischen Wertpapiergesetzes „U.S. Securities Act“ von 1933 in der jeweils gültigen Fassung (im Folgenden „U.S.-Person“) sind. Die DZ BANK übernimmt insbesondere keine Verantwortung für die Verbreitung des Inhalts von Internetseiten gegenüber Personen, die nachfolgend falsche Angaben machen.

Ich habe meinen dauerhaften Wohn-/Geschäftssitz in einem Mitgliedsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz und habe die Pflichtangaben und Interessenkonflikte / Rechtliche Hinweise gelesen und bin mit ihnen einverstanden. Ich bestätige, dass ich mich derzeit nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada oder Japan befinde, dass ich keinen dauerhaften Wohnsitz in den Vereinigten Staaten von Amerika habe und dass ich auch keine „U.S.-Person“ bin.

#2
Ausgabe

Neues Denken

Industrie 4.0 und Künstliche Intelligenz definieren die Zukunft der deutschen Wirtschaft

Im Fokus
Dr. Claus Niegsch
6 min
596 Leser
15.06.2018

Neue Technologien erreichen immer schneller unseren Alltag. Weltweit wird an den großen Zukunftstrends der Digitalisierung gearbeitet. Kann Deutschland mithalten?

Der Digitalisierung kann sich niemand mehr entziehen. Weder der Staat noch die Unternehmen noch die privaten Haushalte. Besonders bemerkenswert ist, wie schnell sie unser Leben umgekrempelt hat.

Im Jahr 1971, also vor nicht einmal 50 Jahren, wurde der Mikroprozessor von Texas Instruments entwickelt. 1981 präsentierte IBM den PC mit Microsoft MS-DOS, 1985 Apple den Macintosh 128k. Start des Internets? 1991. Das Zeitalter des modernen Smartphones begann 2007 mit der Einführung des iPhone. Mittlerweile sind Social Media Accounts Teil unseres Lebens. Dabei wurde Facebook erst 2004 und WhatsApp sogar erst 2009 gegründet.

Eine Vernetzung der produzierten Güter über alle Wertschöpfungsstufen hinweg scheint nur eine konsequente Antwort auf die allgegenwärtige Vernetzung zu sein. Damit sind wir beim ersten Schritt hin zur Industrie 4.0. Durch sie könnte eine Produktion in Deutschland trotz der im weltweiten Vergleich hohen Lohnkosten auch weiterhin wettbewerbsfähig bleiben.

Auch die Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich weiter: von dem fiktiven Computer HAL, der 1968 im Kultfilm „2001: Odyssee im Weltraum“ von Stanley Kubrick noch eine reine Zukunftsvision war, über die Sprachassistenten Siri und Alexa bis hin zur selbständigen Steuerung von Maschinen und Fahrzeugen sowie zur eigenverantwortlichen Auswertung von Big Data. Von hier ist es dann nur noch ein kleiner Schritt zum guten Freund, dem Roboter, der nur auf seinen Einsatz als Haushaltsunterstützung oder Pflegekraft wartet.

KI und Industrie 4.0 sind von großer Bedeutung für unsere wirtschaftliche Zukunft

Industrie 4.0 und KI sind aus der Perspektive der Ökonomen die Megatrends der Zukunft, an denen weltweit gearbeitet wird. Industrie 4.0 bezeichnet den Eintritt in die vierte Stufe der industriellen Revolution. Die vorangegangenen Phasen waren gekennzeichnet von technischen Errungenschaften, in denen der Einsatz von Maschinen (erste Stufe), die Arbeitsteilung am Fließband (zweite Stufe) oder die Automatisierung (dritte Stufe) eine immer schnellere Produktion von immer mehr Gütern ermöglichten.

Die heutige vierte Stufe zielt dagegen auf eine höhere Flexibilität der Produktion durch die Vernetzung aller Teilbereiche, also etwa von (Roh-)Material, Maschinen, Zwischen- und Endprodukten. Für diese Vernetzung wird der Einsatz von KI immer wichtiger.

Die physikalische Welt der Güter und Maschinen verbindet sich mit der virtuellen Welt der Netze und der Cloud.

Mit Vollendung der Industrie 4.0 könnte das verarbeitende Gewerbe in Deutschland seine gute Stellung auf dem Weltmarkt auf sehr lange Sicht festigen. Dazu sind aber beträchtliche Investitionen in Forschung, Entwicklung, Software und Datenbanken notwendig. Unternehmen werden den Schritt zur Industrie 4.0 nur vollziehen, wenn die Rendite der damit verbundenen Investitionen erfolgversprechend ist. Realisierbare Erträge lassen sich aber derzeit noch schwer prognostizieren, während der Investitionsdruck steigt.

Industrie 4.0 lässt Arbeitsproduktivität in Deutschland steigen*

1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020e 2025e J 60 70 65 55 50 40 45 35 30 25 AP Bruttowertschöpfung in 1.000 EUR je Beschäftigtem, real 1. Phase der dritten Industriellen Revolution #3 1. Phase der vierten Industriellen Revolution #4 Zusätzliches Wachstumdurch Industrie 4.0 ZW Ø Produktivitäts-wachstum (1990-2017) PW Historie Schätzung

Quelle: Statistisches Bundesamt, Fraunhofer IAO, IAB, DZ BANK AG

*Anmerkung: Um beide Stufen der Industriellen Revolution besser vergleichbar zu machen, wird in der Grafik das durchschnittliche Arbeitsproduktivitätswachstum der Jahre 1990 bis 2017 (+0,6 Prozent je Jahr) in die Zukunft fortgeschrieben und gekennzeichnet.

Eine der positiven Folgen von Industrie 4.0 ist eine höhere Produktivität der deutschen Wirtschaft. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation rechnet bis 2025 mit einem Anstieg um immerhin fast 12%. Da die Arbeitsproduktivität in Deutschland seit dem Jahr 2007 preisbereinigt kaum zugelegt hat, käme ein derartiger Produktivitätsgewinn der deutschen Wirtschaft sehr gelegen. Selbst im langfristigen Vergleich wäre eine solche Steigerung der Arbeitsproduktivität bemerkenswert.

Die Einführung der Industrie 4.0 wird auch spürbare Effekte auf den Arbeitsmarkt zeigen. Während ein voraussichtlich leichter Verlust von Arbeitsplätzen angesichts der demografischen Entwicklung kaum Probleme bereiten dürfte, könnte der Bedarf an hochqualifizierten Mitarbeitern eine Verschärfung des Fachkräftemangels nach sich ziehen. Umfangreiche und rechtzeitige Qualifizierungsmaßnahmen können diese Entwicklung abwenden.

Investitionen in Forschung und Entwicklung

Für den Standort Deutschland ist es wichtig, bei Industrie 4.0 und KI eine Vorreiterrolle einzunehmen. Gelingt das nicht, gilt es, zumindest nicht den Anschluss zu verlieren. Im Softwarebereich fällt ersteres den deutschen Unternehmen angesichts der Vormachtstellung der Vereinigten Staaten schwer. Anders sieht es bei Forschung und Entwicklung aus.

Deutschland legt Investitionsschwerpunkt auf Forschung und Entwicklung, die USA auf Software

05 98 99 00 01 02 03 04 06 07 08 09 10 12 11 13 14 15 1997 2016 J 3,5% 4,0% 3,0% 2,5% 1,5% 2,0% 1,0% 0,5% 0,0% BIP in v.H. des BIP Forschung &Entwicklung FE Software &Datenbanken SD

Quelle: Statistisches Bundesamt, BEA, DZ BANK AG

Vergleicht man die Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in Software und Datenbanken von Deutschland und den USA, zeigt sich ein gravierender Unterschied zwischen beiden Staaten in der Aufteilung der Investitionsmittel. Während in Deutschland der Anteil der Investitionen in Forschung und Entwicklung den Anteil der Investitionen in Software um ein Vielfaches übersteigt, liegen in den Vereinigten Staaten beide Segmente auf Augenhöhe. Ein beträchtlicher Teil des amerikanischen Investitionsbooms in Software ist auf die unterschiedliche Wirtschaftsstruktur beider Länder zurückzuführen:

In Deutschland fehlt die Struktur eines Silicon Valley.

Dem verarbeitenden Gewerbe hierzulande kommt im Vergleich mit den USA eine größere Bedeutung zu. Deshalb besitzen etwa die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen im deutschen Automobil- und Maschinenbau einen höheren Stellenwert als in den Vereinigten Staaten.

Das ist nicht unbedingt ein falscher Weg, wie die deutsche Automobilindustrie beweist, die für mehr als ein Drittel der gesamten privaten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Deutschland verantwortlich zeichnet. Und diese Ausgaben gehen längst nicht mehr nur in die Hardware. Moderne Assistenzsysteme liefern bereits heute einen Eindruck davon, wozu KI in Zukunft fähig sein kann. Kaum verwunderlich, dass die deutschen Automotive-Unternehmen weltweit zur Führungsspitze in der Technologie des selbstfahrenden Autos gehören.

Automobilbranche geht bei Forschungsausgaben mit gutem Beispiel voran

21,9 Mrd. EUR 5,7 7,6 4,5 1,2 3,9 9,7 5,0 3,3 KfZ, KfZ-Teile Maschinenbau Optik,DV- und Elektrogeräte Pharma Gummi, Kunststoffe Chemie Übrige Branchen Freiberufliche wissensch. techn. Dienstleistungen Information,Kommunikation

Forschungsausgaben der Unternehmen 2016 nach Branchenschwerpunkten. Gesamte Forschungsausgaben der Unternehmen: 62,8 Mrd. Euro / Quelle: Stifterverband, DZ BANK AG

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