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Die nachfolgenden Internetseiten der DZ BANK dürfen nur von Personen angesehen werden, deren dauerhafter Wohn-/Geschäftssitz in einem der Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz ist, die sich nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, oder Japan befinden und die keine „U.S.-Person“ gemäß Definition der „Regulation S“ des amerikanischen Wertpapiergesetzes „U.S. Securities Act“ von 1933 in der jeweils gültigen Fassung (im Folgenden „U.S.-Person“) sind. Die DZ BANK übernimmt insbesondere keine Verantwortung für die Verbreitung des Inhalts von Internetseiten gegenüber Personen, die nachfolgend falsche Angaben machen.

Ich habe meinen dauerhaften Wohn-/Geschäftssitz in einem Mitgliedsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz und habe die Pflichtangaben und Interessenkonflikte / Rechtliche Hinweise gelesen und bin mit ihnen einverstanden. Ich bestätige, dass ich mich derzeit nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada oder Japan befinde, dass ich keinen dauerhaften Wohnsitz in den Vereinigten Staaten von Amerika habe und dass ich auch keine „U.S.-Person“ bin.

#1
Ausgabe

Land unter

Nominalzins taucht ab unter Inflationsrate

Im Fokus
Michael Stappel
4 min
344 Leser
25.03.2018

Private Haushalte füllen ihre Sparkonten trotz niedriger Zinsen und legen weiter einen hohen Anteil ihres verfügbaren Einkommens zur Seite. Dabei gibt es Alternativen.

Die Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland sind 2017 erneut gestiegen, sogar noch stärker als 2016. Nach unseren vorläufigen Berechnungen erhöhte sich das Geldvermögen um rund 300 Milliarden Euro, entsprechend gut 5 Prozent, auf 6,1 Billionen Euro. Da die Verzinsung der Geldvermögen weiter extrem niedrig war, speist sich der Zuwachs weitestgehend aus neuen Ersparnissen: Die Sparquote stieg im vierten Jahr in Folge auf nun über 9,9 Prozent.

Geldanlagestau

Geldanlagestau verstärkt sich

Allerdings hat sich der seit einigen Jahren beobachtbare „Geldanlagestau“ im letzten Jahr weiter vergrößert: 2017 wurde rund die Hälfte aller neuen Anlagemittel in Form von Sichteinlagen und anderen täglich fälligen Geldern „zwischengeparkt“. Der Anteil von Sichteinlagen und Bargeld am gesamten privaten Geldvermögen ist inzwischen auf rund ein Viertel gestiegen. Vor längerfristigen festverzinslichen Anlagen scheuten die Anleger wegen der unbefriedigenden Verzinsung zurück, und die direkte oder indirekte Anlage in Aktien ist weiterhin unterrepräsentiert.

„Land unter“ bei der realen Verzinsung privater Geldvermögen

*durchschnttl. Nominalverzinsg. zinstragender Geldvermögensbestandteile (Einlagen, Rentenpapiere, Versicherg.) priv. Haushalte in DE nach Steuern & Vermög.verwaltg.aufwendg. **vorläufig ***Prognose DZ BANK AG / Quellen: Statistisches Bundesamt, DZ BANK

Hierzulande sind weniger als 14 Prozent des privaten Geldvermögens in Aktien angelegt. Davon entfällt etwa die Hälfte auf Direktanlagen in Aktien, die andere Hälfte auf Aktienfonds und Zertifikate. Wer hier dabei war, konnte von der Wertsteigerung der Aktien profitieren. Immerhin stieg der DAX im Jahresverlauf um 12,5 Prozent, auch der Euro Stoxx entwickelte sich positiv. Die Wertsteigerung von Aktienanlagen (Direktanlage, Aktien- und Mischfonds sowie Zertifikate) trug damit immerhin rund 90 Mrd. Euro zum Zuwachs des gesamten Geldvermögens bei.

Deutsche sind eher risikoscheu.

Allerdings profitierten die Privatanleger abhängig von der individuellen Risikobereitschaft und Portfoliostruktur ganz unterschiedlich von der guten Börsenentwicklung. Und insgesamt blieben die Wertsteigerungseffekte für das private Geldvermögen wegen des angesprochenen geringen Aktienanteils sehr begrenzt.

Inflationsrate lässt Realzins negativ werden

Die Zinsen für die Neuanlage konnten sich 2017 auf extrem niedrigem Niveau immerhin stabilisieren, teilweise legten sie im Vergleich zu 2016 sogar ein klein wenig zu. Die durchschnittliche Umlaufsrendite für inländische festverzinsliche Wertpapiere lag beispielsweise bei 0,3 Prozent, nach 0,1 Prozent im Jahr 2016. Die durchschnittliche Nominalverzinsung der privaten Anlagen sank dennoch weiter, weil auch 2017 wieder zahlreiche gut verzinste Altanlagen fällig wurden und die frei werdenden Mittel größtenteils zu extrem niedrigen Zinssätzen angelegt oder zwischengeparkt wurden. Die nominale Durchschnittsverzinsung des Bestands an Bankeinlagen, Rentenpapieren und -fonds sowie Versicherungen, nach Abzug von Steuern und Verwaltungsaufwendungen, sank nach unseren Berechnungen auf nun 0,8 Prozent.

Geldanlagestau: wachsender Anteil „zwischengeparkter“ Mittel*

Bargeld und Sichteinlagen in % des Geldvermögens / Quellen: Bundesbank, DZ BANK

Schon in den vorausgegangenen Jahren war die Nominalverzinsung sehr niedrig. Allerdings war damals auch die Inflationsrate nahe null, sodass der Realzins noch leicht positiv blieb. Das hat sich 2017 mit dem Anziehen der Inflationsrate geändert. Der am harmonisierten Verbraucherpreisindex gemessene Preisanstieg erhöhte sich von 0,4 Prozent im Jahr 2016 auf 1,7 Prozent im Jahr 2017. Wendet man diese negative Realverzinsung auf den Gesamtbestand an Einlagen, Rentenpapieren und -fonds sowie Versicherungen in Höhe von 4,5 Billionen Euro an, so ergibt das rechnerisch einen Wertverlust des Geldvermögens der privaten Haushalte in Deutschland von über 38 Mrd. Euro.

Realverzinsung 2017 im negativen Bereich.

Von noch +0,6 Prozent im Jahr 2016 auf -0,8 Prozent im Jahr 2017.

Kaum veränderte Perspektiven im Anlagejahr 2018

Ende Oktober letzten Jahres hatte der Rat der Europäischen Zentralbank entschieden, die Anleihenkäufe des Eurosystems ab Januar 2018 auf monatlich 30 Milliarden Euro zu reduzieren, aber in diesem Rahmen dann das Ankaufprogramm vorläufig bis mindestens September 2018 fortzuführen. Mit dieser Entscheidung dürfte uns die Niedrigzinsphase noch eine Weile erhalten bleiben.

Gleichzeitig kann 2018 wieder mit einer positiven konjunkturellen Entwicklung in Deutschland gerechnet werden: Nach unserer Prognose dürfte das Wirtschaftswachstum 2,2 Prozent erreichen. Die Inflationsrate in Deutschland dürfte mit voraussichtlich 1,7 Prozent in etwa unverändert bleiben.

Bei weiter niedrigen Nominalzinsen und unveränderter Inflationsrate müssen sich die privaten Haushalte also auch 2018 erneut auf negative Realzinsen einstellen. Der daraus resultierende Wertverlust des Geldvermögens dürfte wieder in der Größenordnung von 40 Milliarden Euro liegen.

Ausgewogenere Portfoliostruktur

Um den Vermögensaufbau weiter voranzutreiben, muss ein Großteil der Bürger abermals gegen negative Realzinsen ansparen, anstatt vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Grund genug, sich intensiv mit der Geldanlage auseinanderzusetzen. Dabei sollte es für viele Privatanleger darum gehen, sich nach und nach von einer einseitig auf Zinsanlagen ausgerichteten Geldanlage zu verabschieden und allmählich eine ausgewogenere Portfoliostruktur anzustreben, die es erlaubt, besser an positiven Börsenentwicklungen zu partizipieren.

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