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Die nachfolgenden Internetseiten der DZ BANK dürfen nur von Personen angesehen werden, deren dauerhafter Wohn-/Geschäftssitz in einem der Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz ist, die sich nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, oder Japan befinden und die keine „U.S.-Person“ gemäß Definition der „Regulation S“ des amerikanischen Wertpapiergesetzes „U.S. Securities Act“ von 1933 in der jeweils gültigen Fassung (im Folgenden „U.S.-Person“) sind. Die DZ BANK übernimmt insbesondere keine Verantwortung für die Verbreitung des Inhalts von Internetseiten gegenüber Personen, die nachfolgend falsche Angaben machen.

Ich habe meinen dauerhaften Wohn-/Geschäftssitz in einem Mitgliedsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz und habe die Pflichtangaben und Interessenkonflikte / Rechtliche Hinweise gelesen und bin mit ihnen einverstanden. Ich bestätige, dass ich mich derzeit nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada oder Japan befinde, dass ich keinen dauerhaften Wohnsitz in den Vereinigten Staaten von Amerika habe und dass ich auch keine „U.S.-Person“ bin.

#3
Ausgabe

Kein Ende absehbar

Der globale Schuldenberg wächst unaufhaltsam

Im Fokus
Dr. Michael Holstein, Economist
5 min
1016 Leser
11.09.2019

Die Zinsen sinken, und die Schulden steigen. Und zwar rund um den Globus. Diese beiden Trends sind keineswegs neue Phänomene, sondern in vielen Weltregionen schon seit mehreren Jahrzehnten zu beobachten. Kann das immer so weitergehen?

Zinsen runter, Schulden rauf – ein Allheilmittel?

Sicher, die extrem expansive Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken, mit teilweise sogar negativen Zinssätzen und groß angelegten Kaufprogrammen am Anleihemarkt, ist eine Erfindung der letzten Jahre. Vor allem die Zentralbanken in den USA und Europa trieben die Entwicklung voran. Den Vorreiter spielte allerdings die japanische Notenbank. Schon in den 1990er-Jahren experimentierte sie mit extrem niedrigen Zinsen und versuchte so, die wachstumsschwache Wirtschaft Nippons anzukurbeln – mit sehr begrenztem Erfolg. Einen Trend zu immer niedrigeren Renditen an den globalen Anleihemärkten gibt es sogar schon seit den frühen 1980er-Jahren.

Das Spiegelbild dieser abwärts gerichteten Zinsentwicklung ist der Trend zu einer immer weiter wachsenden Verschuldung. Dabei steigen die Schulden nicht nur absolut, also zum Nennwert, sondern auch relativ zur Wirtschaftsleistung. Und sie steigen nicht nur aufseiten der Staaten, sondern auch bei den Privaten. 

Die globale Verschuldung hat im vergangenen Jahr mit rund 180 Billionen US-Dollar nominal ein Allzeithoch erreicht, was etwa 220% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2018 entspricht. Im Durchschnitt übersteigt die Pro-Kopf-Verschuldung der Welt heute 86.000 US-Dollar, im Vergleich zum durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen ist das mehr als das 2,5-Fache.

Kurioserweise sind die am meisten verschuldeten Volkswirtschaften der Welt auch die reicheren. Die drei größten Kreditnehmer der Welt – die Vereinigten Staaten, China und Japan – machen mehr als die Hälfte der globalen Verschuldung aus und übertreffen damit ihren Anteil an der globalen Produktion deutlich. 

Welche Länder sind besonders hoch verschuldet? Öffentliche und private Verschuldung*

Die Größe der Kreise zeigt das Nominalvolumen der jeweiligen Schulden an (in Bill. US-Dollar).
Quellen: IWF, DZ BANK

Chinas unrühmlicher Spitzenplatz 

Die Verschuldung des Privatsektors hat sich seit 1950 verdreifacht. Damit sind die Kredite von privaten Haushalten und Unternehmen die treibende Kraft hinter der globalen Verschuldung. Eine wichtige Veränderung seit der globalen Finanzkrise 2008 war der Anstieg der privaten Verschuldung in den Schwellenländern – angeführt von China, das die entwickelten Volkswirtschaften überholte. Am anderen Ende des Spektrums ist die private Verschuldung in Entwicklungsländern mit niedrigem Einkommen nach wie vor sehr gering, was wohl vor allem dem Mangel an finanzieller Infrastruktur in diesen Ländern zuzuschreiben ist.

Die globale Staatsverschuldung ist nach einem Höhepunkt zum Ende des Zweiten Weltkriegs zunächst gesunken, etwa bis Mitte der 1970er-Jahre. Seitdem ist der öffentliche Schuldenberg wieder angestiegen, wobei die fortgeschrittenen Volkswirtschaften an der Spitze stehen und in letzter Zeit die Schwellen- und Entwicklungsländer mit niedrigem Einkommen folgen.

Im Euroraum liegt die aggregierte Verschuldung der Mitgliedsländer im Frühjahr 2019 bei 10 Billionen Euro, das entspricht rund 86% der jährlichen Wirtschaftsleistung. An der Spitze liegen Frankreich und Italien mit Staatsschulden von jeweils 2,35 Billionen Euro. In Frankreich entspricht das 99,7% der Wirtschaftsleistung, in Italien sogar 134%. Die Apenninen-Halbinsel ist damit nach Griechenland (181,9%) das am höchsten verschuldete Staatswesen in der Europäischen Währungsunion. Der Maastricht-Grenzwert für die Staatsverschuldung in Höhe von 60% wird noch von weiteren acht Mitgliedsländern übertroffen, darunter ist auch Deutschland mit 61%. 

Staatsverschuldung in ausgewählten Euro-Ländern

Entwicklung der Staatsverschuldung in ausgewählten Euro-Ländern (in % des BIP, Maastricht-Grenze: 60%).
Quellen: EU-Kommission, DZ BANK

Der Anstieg der globalen Verschuldung hat viele Ursachen, das stetig sinkende Zinsniveau ist sicherlich nur eine von ihnen. Daneben gibt es einen langfristigen Trend zu steigenden Staatsausgaben, die wiederum mit immer höheren öffentlichen Schulden einhergehen. Die zunehmende internationale Verflechtung im Unternehmenssektor und der immer intensivere Welthandel fördert die Komplexität der Finanzierungsströme und die Verschuldung. Innovative Finanzinstrumente fördern bei Unternehmen wie privaten Haushalten die Neigung zu einer höheren Verschuldung wohl ebenso.

Auf die richtige Reaktion kommt es an 

Angesichts des sich verlangsamenden globalen Wachstums und der zunehmenden Unsicherheit werden die fiskalischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen immer schwieriger. Politik und Unternehmen sollten sich auf mögliche Abschwünge vorbereiten. Demografischer Wandel, rascher technologischer Fortschritt und die Vertiefung der internationalen Zusammenarbeit durch wirtschaftliche Integration bringen langfristige Herausforderungen mit sich. Um effektiv zu bleiben, muss sich die Finanzpolitik an diese Schlüsseltrends in der Weltwirtschaft anpassen. Bei begrenztem budgetärem Spielraum erfolgt eine solche Anpassung am besten durch integrative und wachstumsfreundliche Neuzusammensetzung des Budgets. 

Nichts ist für die Ewigkeit 

Die Notenbanken befördern mit ihrer Niedrigzinspolitik den weiteren Anstieg der globalen Verschuldung. Nach einem langen Konjunkturaufschwung befinden sich die meisten Länder derzeit jedoch in einer Phase der wirtschaftlichen Abschwächung. Sollte dann auch noch der Zinstrend drehen, könnte das viele Großschuldner in Schwierigkeiten bringen. Schließlich gab es im Wirtschaftsleben noch nicht viele Trends, die ewig gehalten hätten.

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