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Die nachfolgenden Internetseiten der DZ BANK dürfen nur von Personen angesehen werden, deren dauerhafter Wohn-/Geschäftssitz in einem der Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz ist, die sich nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, oder Japan befinden und die keine „U.S.-Person“ gemäß Definition der „Regulation S“ des amerikanischen Wertpapiergesetzes „U.S. Securities Act“ von 1933 in der jeweils gültigen Fassung (im Folgenden „U.S.-Person“) sind. Die DZ BANK übernimmt insbesondere keine Verantwortung für die Verbreitung des Inhalts von Internetseiten gegenüber Personen, die nachfolgend falsche Angaben machen.

Ich habe meinen dauerhaften Wohn-/Geschäftssitz in einem Mitgliedsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz und habe die Pflichtangaben und Interessenkonflikte / Rechtliche Hinweise gelesen und bin mit ihnen einverstanden. Ich bestätige, dass ich mich derzeit nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada oder Japan befinde, dass ich keinen dauerhaften Wohnsitz in den Vereinigten Staaten von Amerika habe und dass ich auch keine „U.S.-Person“ bin.

#3
Ausgabe

Im Spannungsfeld

Politische Risiken belasten Unternehmensgewinne

Marktperspektive
Christoph Müller, Analyst
4 min
238 Leser
11.09.2019

Während politische Unwägbarkeiten wie der verschärfte Handelskonflikt zwischen den USA und China belasteten, unterstützte die Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik die Kurse der Dividendentitel. In diesem Umfeld lag der DAX in den zurückliegenden drei Monaten zwischen 11.265 und 12.655 Punkten, wobei er zuletzt durch die Ereignisse in Italien und London Auftrieb erfahren hat.

Gefangen zwischen Handelsstreit und Geldpolitik 

In den vergangenen Wochen standen die Aktienmärkte zunächst in einem Spannungsfeld: Am einen Rand greift die expansivere Geldpolitik der Notenbanken den Kursen unter die Arme; am anderen zerrt das Auf und Ab im transpazifischen Handelsstreit an den Gemütern der Marktteilnehmer. Kurzfristig sorgten überdies die politischen Wirren in Italien für Rücksetzer – Misstrauensantrag des Innenministers Salvini, Bruch der Koalition aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung. Auch der Amtsantritt des Brexit-Hardliners Boris Johnson als neuer Premier Großbritanniens führte vorübergehend zur Verstimmung der Marktakteure. Auf die jüngsten politischen Ereignisse in Italien und London reagierte der Aktienmarkt aber mit Erleichterung. Zum einen wurde in Rom die neue Regierung aus der Fünf-Sterne-Bewegung und der PD (Mitte links) vereidigt, und somit Neuwahlen und ein möglicher Durchmarsch von Salvinis Lega aufgehalten. Zum anderen erhielten die Aktienindizes auch durch das in Großbritannien in Kraft getretene Gesetz zur Verhinderung eines No-Deal-Brexits Auftrieb. Demnach ist die britische Regierung gezwungen, eine dreimonatige Fristverlängerung bei der EU zu beantragen, sollte bis zum 19. Oktober 2019 kein Ausstiegsvertrag ratifiziert sein. Für zusätzlichen Rückenwind an den Börsen sorgte die Bereitschaft Washingtons und Pekings, im Oktober die Handelsgespräche wieder aufzunehmen.

Aktienmärkte in stürmischen Zeiten

Quelle: Thomson Reuters Datastream

Unternehmensgewinne bleiben in Europa unter Druck

Die aktuelle Aufwärtsbewegung an den Börsen verdeckt, dass sich das Wachstum in der Eurozone verlangsamt hat, insbesondere die Industrie ist schwach. Gründe dafür sind der transpazifische Handelskonflikt, die Krise in der Automobilindustrie und politische Unwägbarkeiten. Diese Faktoren haben die Gewinne der Stoxx-Europe-600-Unternehmen im zweiten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 2,7% schrumpfen lassen. Nach einem Gewinnrückgang um 2% im Auftaktquartal befindet sich Europa somit in einer Gewinnrezession, die auch noch im dritten Quartal 2019 anhalten wird. Einhergehend mit den Zahlen zum zweiten Quartal ist somit die Erwartung für die Entwicklung im Gesamtjahr 2019 für die europäischen Indizes von den Analysten gesenkt worden. Wurde im Juni noch ein Gewinnwachstum für 2019 von 6,4% für die DAX-Unternehmen prognostiziert, ist die Erwartungshaltung zuletzt auf minus 2,9% zurückgegangen. 

Auch der Blick nach vorn zeigt sich eher trübe – auf beiden Seiten des Atlantiks. Während die Gewinne in den USA dank der Großbanken und der Technologieunternehmen wachsen sollten, lassen die globalen Krisenherde und die Brexit-Unsicherheiten hierzulande weitere Senkungen der Gewinnschätzungen wahrscheinlich werden. Hinzu kommt, dass die Aktienmärkte in Europa nach dem Kurs-Gewinn-Verhältnis über dem historischen Durchschnitt handeln. Da nicht nur die Gewinndynamik bereits sehr schwach ausfällt, sondern auch die (zu) optimistischen Schätzungen für das vierte Quartal und für 2020 mit großer Unsicherheit behaftet sind, sind die Aktienmärkte nicht günstig bewertet.

Die Geldpolitik wird lockerer

Unterstützung kommt jedoch von der Notenbankpolitik, die expansiver ausgerichtet ist, was die Renditen stark nach unten gedrückt hat. So hat die EZB auf ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause ein großes Maßnahmenpaket für September angekündigt: Es ist wahrscheinlich, dass das Anleiheankaufprogramm wieder aufgenommen wird und der Einlagenzinssatz von zuvor minus 0,40% auf nun minus 0,50% sinkt. Die US-Notenbank wird nach unserer Einschätzung im Oktober 2019 ihren Leitzins nach dem ersten Schritt Ende Juli abermals um 25 Basispunkte reduzieren, um damit den gestiegenen Konjunkturrisiken Rechnung zu tragen. Auch zum Jahreswechsel sollten sich die US-Zinssenkungsfantasien halten. 

Weiterhin volatil seitwärts 

In diesem Umfeld wird es immer schwieriger, renditeträchtige Anlagen zu finden. Daher sehr verlockend sind Dividendenrenditen von 4% im Euro Stoxx und 3,6% im DAX, die einen hohen Renditeaufschlag zu Bundesanleihen bieten. Dennoch dürfte der DAX in den kommenden Monaten weiterhin volatil seitwärts handeln: Denn zum einen dürften die Handelsgespräche zwischen den USA und China schwierig verlaufen, zum anderen ist eine konjunkturelle Trendwende hierzulande derzeit nicht in Sicht. Ferner steht in Italien die neue Regierungskonstellation vor großen Herausforderungen und könnte frühzeitig scheitern. Denn sie muss sich trotz erheblicher ideologischer Differenzen auf einen Haushaltsentwurf für 2020 einigen und die schwierigen Verhandlungen mit Brüssel führen. 

 

DZ BANK Prognosen

Quelle: DZ BANK

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