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Die nachfolgenden Internetseiten der DZ BANK dürfen nur von Personen angesehen werden, deren dauerhafter Wohn-/Geschäftssitz in einem der Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz ist, die sich nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, oder Japan befinden und die keine „U.S.-Person“ gemäß Definition der „Regulation S“ des amerikanischen Wertpapiergesetzes „U.S. Securities Act“ von 1933 in der jeweils gültigen Fassung (im Folgenden „U.S.-Person“) sind. Die DZ BANK übernimmt insbesondere keine Verantwortung für die Verbreitung des Inhalts von Internetseiten gegenüber Personen, die nachfolgend falsche Angaben machen.

Ich habe meinen dauerhaften Wohn-/Geschäftssitz in einem Mitgliedsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz und habe die Pflichtangaben und Interessenkonflikte / Rechtliche Hinweise gelesen und bin mit ihnen einverstanden. Ich bestätige, dass ich mich derzeit nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada oder Japan befinde, dass ich keinen dauerhaften Wohnsitz in den Vereinigten Staaten von Amerika habe und dass ich auch keine „U.S.-Person“ bin.

#3
Ausgabe

Gut gemeint ...

... aber staatliche Finanzhilfen sind keine Dauerlösung

Im Fokus
Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt und Dr. Michael Holstein, Economist
6 min
257 Leser
10.09.2020

Die Corona-Krise hat in fast allen Ländern historische Wirtschaftseinbrüche ausgelöst. Historisch ist auch der Umfang der staatlichen Hilfsprogramme. Auch deshalb sind die Folgen für die Arbeitsmärkte in vielen Ländern bislang überschaubar. Langfristig ist das aber keine tragfähige Lösung.

Corona hat die Industrieländer in die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gestürzt. Anders als bei einem Krieg wurde der Kapitalstock aber (Gott sein Dank!) nicht vernichtet. Die sozioökonomischen Folgen sind jedoch enorm. Die Lebensgewohnheiten der meisten Menschen in den Industrieländern haben sich verändert: Homeoffice, mehr Onlineshopping, kaum Ausgehen, weniger Reisen, um nur einige der Veränderungen zu nennen.

Gleichzeitig hat sich der Trend hin zu einer geringeren Vernetzung der Weltwirtschaft etabliert. Die Lieferketten werden wieder kürzer, die Abhängigkeit von importierten Vorleistungen soll verringert werden. Diese Entwicklungen führen dazu, dass bislang funktionierende Geschäftsmodelle unter Druck kommen und die Profitabilität sinkt. Die normale wirtschaftliche Reaktion wäre, dass Unternehmen aus dem Markt ausscheiden, insolvent gehen und damit Platz machen für neue Geschäftsmodelle. Die Folgen, die man zu erwarten hätte, wären also steigende Insolvenzen, ein zeitweiliger Anstieg der Arbeitslosigkeit, Investitionen in neue Geschäftsmodelle sowie in Aus- und Weiterbildung und die Etablierung von neuen Geschäftsideen. Allmählich und sicherlich auch „unter Schmerzen“ würden die Volkswirtschaften ein neues Gleichgewicht finden.

Mit Vollkaskomentalität durch die Krise

Diese eigentlich unumgänglichen Veränderungen in den Volkswirtschaften wurden allerdings nicht zugelassen: Gleich zu Beginn der Krise haben die Regierungen mit großen Ausgabenprogrammen reagiert, um die ersten Folgen abzufedern. Daraus hat sich mittlerweile eine Denk- und Anspruchshaltung entwickelt, deren Ziel es ist, den Status quo ante für die Krisenzeit quasi einzufrieren. Mit Instrumenten wie dem Kurzarbeitergeld und der Verschiebung von Insolvenzen soll die Krise ausgesessen werden. Nach der erfolgreichen Entwicklung eines Impfstoffes und der folgenden Immunisierung der Bevölkerung könnte dann das Wirtschaftsleben wieder zu den alten Mustern zurückkehren.

Es hat sich sogar teilweise eine Art „Vollkaskomentalität“ entwickelt: Der Staat soll alle möglichen, auch subjektiven negativen Folgen und Nebenwirkungen der Krise verhindern, auffangen oder ausgleichen. Dafür scheint man zunehmend auch bereit zu sein, den Regierungen mehr Rechte einzuräumen, also letztlich Freiheit gegen Sorglosigkeit einzutauschen.

Staatsverschuldung steigt 2020 rasant an

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Quelle: DZ BANK

Diese Therapie bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Die Staatsverschuldung steigt in allen Ländern stark an, es kommt zur (Teil-) Verstaatlichung von Unternehmen. Damit nehmen auch die Eingriffe der Regierung in die Wirtschaft zu. Die Folgen sind geringere Effizienz und weniger innovative Volkswirtschaften, geringeres Wachstum, höhere Verschuldung und ein höherer Staatsanteil in der Volkswirtschaft.

Wie lange kann das gutgehen?

Es ist offensichtlich, dass man eine solche Wirtschaftspolitik nur eine begrenzte Zeit durchhalten kann. Als extremes Beispiel sei hier an den Zusammenbruch des kommunistischen Systems erinnert. Die Länder, die sich am schnellsten von dieser rückgewandten Wirtschafts- und Strukturpolitik lösen, werden enorme Standortvorteile gewinnen und für Investitionen sehr attraktiv werden.

Aktienmärkte auf Vorkrisenniveau

Quellen: Bloomberg, DZ BANK

An den Finanzmärkten spiegelt sich diese Entwicklung noch nicht wider. Zu groß sind die Eingriffe der Zentralbanken und die Wirkung der extrem niedrigen Notenbankzinsen. Jedoch kommen die Notenbanken allmählich stärker unter Rechtfertigungszwang. Ein Indiz dafür ist, dass alle großen Notenbanken in den letzten Monaten ein Programm zur Überprüfung ihrer Strategie gestartet haben. 

Man bekommt tatsächlich den Eindruck, dass es das Ziel und auch die Hoffnung vieler ist, die jetzigen geldpolitischen Maßnahmen fortsetzen zu können, auch wenn sich das Umfeld ändert. Auf Dauer wird dies aber kaum gelingen, denn mit steigenden Zentralbankbilanzen und Geldmengen dürfte das Vertrauen in die Notenbanken schwinden - und damit letztendlich auch deren Handlungsoptionen.

Kurzfristig dynamisch, langfristig stabil

Als Investor sollte man die aktuelle Rally an den Aktien- und Anleihemärkten ohne viel Nachdenken mitnehmen. Spätestens im nächsten Jahr dürfte es jedoch an der Zeit sein, sich Gedanken darüber zu machen, welche Länder reformfreudig sind und welche Unternehmen ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell haben. Danach sollte man dann die Asset Allokation langfristig ausrichten.

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