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Die nachfolgenden Internetseiten der DZ BANK dürfen nur von Personen angesehen werden, deren dauerhafter Wohn-/Geschäftssitz in einem der Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz ist, die sich nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, oder Japan befinden und die keine „U.S.-Person“ gemäß Definition der „Regulation S“ des amerikanischen Wertpapiergesetzes „U.S. Securities Act“ von 1933 in der jeweils gültigen Fassung (im Folgenden „U.S.-Person“) sind. Die DZ BANK übernimmt insbesondere keine Verantwortung für die Verbreitung des Inhalts von Internetseiten gegenüber Personen, die nachfolgend falsche Angaben machen.

Ich habe meinen dauerhaften Wohn-/Geschäftssitz in einem Mitgliedsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz und habe die Pflichtangaben und Interessenkonflikte / Rechtliche Hinweise gelesen und bin mit ihnen einverstanden. Ich bestätige, dass ich mich derzeit nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada oder Japan befinde, dass ich keinen dauerhaften Wohnsitz in den Vereinigten Staaten von Amerika habe und dass ich auch keine „U.S.-Person“ bin.

#3
Ausgabe

Die Währung des Volkes

Der Renminbi gewinnt international an Bedeutung

Think-Tank
Dorothea Huttanus
5 min
484 Leser
12.09.2018

Yuan? Renminbi? Redback? Wer über Chinas Geld spricht, merkt bereits bei der Wahl des richtigen Begriffs, dass diese Währung komplexer als die meisten anderen ist.

Der „Renminbi”, wörtlich zu übersetzen mit „Währung (bi) des Volkes (rénmín)”, ist der offizielle Name der Währung. Eine „runde Sache“ ist dagegen der „Yuan“, nimmt man ihn denn wörtlich (rund wie die Münzen). Gemeint ist hier die Einheit der Währung, im täglichen Sprachgebrauch heißt es also: „Das kostet fünf Yuan.“ Eine ähnliche Unterscheidung gibt es auch in Großbritannien zwischen Sterling und Pfund. „Redback“ wiederum ist ein Spitzname in Anlehnung an den „Greenback“, wie der US-Dollar aufgrund der Farbe der US-Banknoten genannt wird. Die Farbe Rot ist in China nicht etwa ein Warnsignal wie bei uns, sondern steht für Glück und Wohlstand.

Bild Geld

Eine Währung, unterschiedliche Regularien

Weitere Schlagworte, die um unsere Aufmerksamkeit buhlen, sind „Onshore-Renminbi“ (CNY) und „Offshore-Renminbi“ (CNH). Es handelt sich zwar eigentlich um ein und dieselbe Währung, aber an verschiedenen Handelsplätzen, mit unterschiedlicher Regulierung und daher auch mit Kursdifferenzen. Transaktionen auf dem chinesischen Festland („onshore“) unterliegen strengsten Regeln seitens der Notenbank und Finanzaufsicht. An den „Offshore“-Handelsplätzen (beispielsweise in Hongkong oder Frankfurt) dürfen die Währung beziehungsweise die auf Yuan lautenden Wertpapiere genauso frei wie andere gängige Weltwährungen gehandelt werden.

Eine solche Unterscheidung ergibt nur Sinn, da es in China keine vollständige Konvertibilität gibt: Es ist Unternehmen sowie Privatpersonen nicht gestattet, ihre laufenden Zahlungen und Kapitaltransaktionen unbegrenzt in Fremdwährung durchzuführen. Die Frage nach der Konvertibilität ist nicht mit der nach dem Wechselkursregime zu verwechseln, obwohl Länder mit eingeschränkter Kapitalmobilität in der Regel auch ihre Währung aktiv managen.

China hat (noch) keinen freien Wechselkurs.

Das Management von Währungen ließe sich auch als „Manipulation“ bezeichnen. Durch staatliche Eingriffe am Devisenmarkt wird der Wechselkurs auf das gewünschte Niveau gebracht. So hat China über Jahre hinweg Dollar angekauft, um den eigenen Wechselkurs schwächer zu halten, als er aufgrund des Überschusses in der Handelsbilanz eigentlich gewesen wäre. Als Nebenwirkung waren Chinas Währungsreserven auf 4.000 Mrd. US-Dollar angewachsen, inzwischen haben sie sich bei 3.100 Mrd. US-Dollar eingependelt.

Nebenwirkung einer „gemanagten“ Währung: Reservewachstum

01/00 01/03 01/06 01/09 J 01/12 01/15 01/18 3.000 4.000 2.000 1.000 0 $ in Mrd. Währungsreserven WR

Quelle: Datastream

Handelsgewichteter Korb ist jetzt das Maß der Dinge

Chinas Wechselkurs war bis 2005 zu einem festen Kurs an den US-Dollar gekoppelt („Peg“). In den Jahren 2005 bis 2015 gab es einen „Crawling Peg“, also eine kontrollierte, schleichende Yuan-Aufwertung. Seit Dezember 2015 orientiert sich Chinas Währungspolitik offiziell nicht mehr am Dollar, sondern an einem handelsgewichteten Korb, der neben US-Dollar noch die Währungen der 23 wichtigsten anderen Handelspartner der Volksrepublik berücksichtigt. Das ermöglicht eine bessere Bewertung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Auch wenn weiterhin die Kursrelation USD-CNY im Fokus der Finanzmärkte steht, haben Chinas Währungshüter die Stabilität des RMB-Korbes zum Ziel ihrer Politik erklärt. Sofern eine US-Dollar-Aufwertung durch eine Abwertung anderer Korbwährungen in entsprechendem Ausmaß neutralisiert wird, gibt es demnach für Chinas Offizielle keinen währungspolitischen Handlungsbedarf.

Einschränkungen der Kapitalmobilität werden nach und nach abgebaut

In den letzten Jahren haben Chinas Finanzmärkte einen beachtlichen Transformationsprozess durchlebt; ein wesentlicher Teil dieser Liberalisierung betraf auch die bereits erwähnten Kapitalverkehrsbeschränkungen. Inzwischen sind Transaktionen im Güterhandel ohne nennenswerte Einschränkungen möglich; der Handel mit Wertpapieren unterliegt noch immer Beschränkungen, die aber in beachtlichem Tempo abgebaut werden. Die ersten Gehversuche wurden über staatliche Investitionsprogramme für ausschließlich institutionelle Anleger gemacht. Privatpersonen blieb der direkte Marktzugang zum Festlandmarkt verwehrt.

Seit 2014 ist über das Pilotprojekt „Shanghai Hongkong Stock Connect” ein gegenseitiger Börsenzugang zwischen Festlandchina und Hongkong für Aktien etabliert. Hohe Erwartungen haben wir an die im Juli 2017 gestartete „Bond Connect“, die nicht-chinesischen Investoren den Zugang zum immerhin drittgrößten Rentenmarkt der Welt ermöglicht. Das ausstehende Volumen an chinesischen Bonds betrug Ende 2017 stolze 11,8 Bio. US-Dollar, davon 4,4 Bio. US-Dollar an Staatspapieren. Ausländische Investoren stehen bereits Schlange, um daran partizipieren zu dürfen. Ein Renditeaufschlag von bis zu 300 Basispunkten gegenüber deutschen Bundesanleihen klingt ebenso verlockend wie die vergleichsweise geringe Volatilität chinesischer Bonds.

Aufgrund der geringen Korrelation zu den anderen Schwellenmärkten drängen sich chinesische Anleihen zudem noch zu Zwecken der Risikodiversifizierung eines Portfolios auf. Doch es darf bei aller Begeisterung nicht vergessen werden, dass die aktuellen Regeln zur freien Kapitalmobilität jederzeit wieder eingeschränkt werden könnten, falls es krisenbedingt zu einem unerwünschten Kapitalabzug kommen sollte. Auch in Sachen Investorenschutz, Rechtssicherheit und Finanzaufsicht hinkt der Vergleich mit etablierten Rentenmärkten wohl noch für eine geraume Zeit.

Ausländische Beteiligung am chinesischen Rentenmarkt

108 116 123 175 2014 2015 2016 2017 J 150 200 100 50 0 $ in Mrd. Chinesische Staatsanleihen in ausländischer Hand CS

Quelle: People’s Bank of China

Die Transformation hat begonnen

Eine weitere Lockerung des Kapitalverkehrs ist unumgänglich, um das ambitionierte Prestigeprojekt der RMB-Internationalisierung voranzutreiben, aber auch um den Transformationsprozess innerhalb des Landes zu unterstützen. Es geht dabei nicht nur um die Reputation als ökonomische Großmacht; mit der Öffnung für Auslandskapital kann China (durch die Diversifizierung der Finanzierungsquellen) auch das systemische Risiko seines Bankensektors reduzieren sowie die Zahlungsbilanz stabilisieren. Für Investoren dürften sich hieraus (im wahrsten Sinne des Wortes) neue Märkte öffnen. Auch wenn bis zur vollständigen Liberalisierung der chinesischen Finanzmärkte noch Jahre verstreichen dürften, werden bereits jetzt wichtige Weichen für die Zukunft gestellt, die unsere Aufmerksamkeit verdienen.

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