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#1
Ausgabe

Corona-Virus infiziert Finanzmärkte

Aktien korrigieren weltweit scharf

Marktperspektive
Christoph Müller, Analyst
4 min
87 Leser
11.03.2020

Die Tinte unter dem US-Handelsabkommen mit China war noch nicht ganz trocken, da trat Mitte Januar mit dem Ausbruch des neuartigen Corona-Virus ein völlig anderes Thema in den Vordergrund. Und das nicht nur im Reich der Mitte: Aktuell bewegt es die Märkte weltweit.

Ging man bis Mitte Februar noch davon aus, dass das Virus und dessen Folgen weitgehend auf China begrenzt bleiben, ist diese Erwartung mit Bekanntgabe der Infektionszahlen in Südkorea und Europa zunichtegemacht worden. Seitdem befürchten die Märkte, dass die Weltwirtschaft vor allem über die internationalen Lieferketten Schaden nimmt. Infolgedessen setzten die globalen Aktienmärkte zu einer scharfen Korrektur an. Der deutsche Leitindex hat – ausgehend von seinem Allzeithoch bei 13.795 Punkten – zwischenzeitlich um mehr als 3.000 Zähler nachgegeben. Nach der Hochstimmung jetzt also die Ernüchterung.

Aktienmärkte korrigieren scharf

Quelle: Refinitiv

Konjunkturelle Folgen der Epidemie bereits beträchtlich

Klar ist: Die konjunkturellen Folgen der wachsenden Corona-Epidemie werden erheblich sein – selbst dann, wenn sich die Krankheit in den nächsten Wochen auf dem Rückzug befindet und noch im ersten Quartal Entwarnung gegeben wird. Denn die wirtschaftlichen Schäden sind vor allem für China und die asiatischen Anrainerstaaten schon jetzt beträchtlich – sei es durch den Produktionsausfall in Fabriken oder unterbrochene Lieferketten, die eingeschränkten Konsum­möglichkeiten oder durch Ausfälle im Reiseverkehr. Für China erwarten wir einerseits einen empfindlichen Wachstumsabschlag im ersten Quartal 2020, andererseits ein kräftiges Wiederanspringen der Konjunktur schon während der Frühjahrsmonate. Der exportlastigen deutschen Wirtschaft könnte eine Durststrecke bevorstehen, weil deren Wachstum doch bereits im Schlussquartal 2019 wegen des schwachen Industriesektors stagnierte.

Krisenszenario: Corona-Virus löst Pandemie aus

Die Märkte werden in den nächsten Wochen die Zahl der Neuinfektionen fest im Blick haben, denn wir sind einem schweren Pandemie-Szenario nähergekommen. Falls dieses eintritt, würde der Welthandel einbrechen. Das hätte negative Folgen insbesondere für die stark exportabhängigen Staaten, während die US-Wirtschaft glimpflich davonkäme. Wir schließen daraus, dass die Weltwirtschaft in eine Rezession abdriften würde, was weitere heftige Kursverluste an den Aktienmärkten zu Folge hätte. Verglichen mit den beiden DAX-Korrekturen 2015 und 2018 kann im Krisenszenario ein Einbruch von rund 30% abgeleitet werden. 2015 war es die Sorge vor einem abrupten Rückgang des chinesischen Wirtschaftswachstums, die zu einem Kurseinbruch geführt hat. Auch die Konjunktursorgen im Jahr 2018 – ausgehend von einer zunehmend protektionistischen US-Handelspolitik und einer nachlassenden Dynamik des Welthandels – führten zu einer Korrektur des DAX um fast 25%. Für den DAX könnte ein solches Pandemie-Szenario ein Abdriften auf einen Indexstand von unter 10.000 Punkten zur Folge haben.

DZ BANK Prognosen

Quelle: DZ BANK

Forderungen an Fiskal- und Geldpolitik nehmen zu

Spätestens im Pandemie-Fall wäre die Wirtschaftspolitik zum Gegensteuern aufgefordert. Die Geldpolitik ist bereits in eine neue Lockerungsrunde gestartet: Die chinesische Notenbank, die Bank of Canada, die australische Notenbank und die Fed haben ihre Leitzinsen (außerplanmäßig) gesenkt. Vor allem Letztere dürfte dabei die Lage an den Finanzmärkten fest im Blick gehabt haben. Sollten die Verwerfungen dort noch einmal zunehmen, dürfte die Fed im April erneut zur Tat schreiten. Die EZB wird in den nächsten Wochen eher flexibel agieren und sich verstärkt auf solche Marktsegmente konzentrieren, die unter Spreadausweitungen leiden wie Unternehmensanleihen oder Peripherie-Anleihen. Um stärkere realwirtschaftliche Effekte erreichen zu können, werden auch die Rufe nach einer expansiveren Fiskalpolitik lauter. China und Italien haben bereits Konjunkturprogramme auf die Beine gestellt. Auch hierzulande hat man erste konjunkturelle Hilfspakete beschlossen.

Nervosität im Markt könnte andauern

Kurzfristig sind aufgrund der hohen Verunsicherung im Markt weitere starke Kursrückgänge der internationalen Aktienindizes möglich. Sollten die Infektionszahlen bald wieder zurückgehen, könnte die hohe Nervosität im Markt nachlassen. Bis die Unternehmen die aus dem Corona-Virus resultierenden Negativeffekte aber offenlegen, vergehen wohl noch einige Wochen. Ein Großteil der Folgewirkungen dürfte erst Anfang April nach Abschluss des Jahresauftaktquartals feststehen und bekannt gegeben werden. Im Zuge der für das zweite Halbjahr 2020 zu erwartenden Konjunkturerholung sollte auch der deutsche Aktienmarkt wieder aufwärts tendieren.

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