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Die nachfolgenden Internetseiten der DZ BANK dürfen nur von Personen angesehen werden, deren dauerhafter Wohn-/Geschäftssitz in einem der Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz ist, die sich nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, oder Japan befinden und die keine „U.S.-Person“ gemäß Definition der „Regulation S“ des amerikanischen Wertpapiergesetzes „U.S. Securities Act“ von 1933 in der jeweils gültigen Fassung (im Folgenden „U.S.-Person“) sind. Die DZ BANK übernimmt insbesondere keine Verantwortung für die Verbreitung des Inhalts von Internetseiten gegenüber Personen, die nachfolgend falsche Angaben machen.

Ich habe meinen dauerhaften Wohn-/Geschäftssitz in einem Mitgliedsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz und habe die Pflichtangaben und Interessenkonflikte / Rechtliche Hinweise gelesen und bin mit ihnen einverstanden. Ich bestätige, dass ich mich derzeit nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada oder Japan befinde, dass ich keinen dauerhaften Wohnsitz in den Vereinigten Staaten von Amerika habe und dass ich auch keine „U.S.-Person“ bin.

#2
Ausgabe

Bauchgefühl für Fortgeschrittene

Warum Trump & Co. die Anleger nervös machen

Think-Tank
Michael Kopmann
4 min
374 Leser
15.06.2018

Basis unserer Konjunkturprognosen sind nicht nur tiefgehende Analysen und Recherchen dessen, was war und ist – sondern auch ein Blick in die Zukunft. Wir denken quer und wechseln die Perspektive: Was wäre, wenn?

„Der verschärfte Handelskonflikt zwischen den USA und China und die weitere Zuspitzung der geopolitischen Risiken belasten weltweit das Sentiment.“ Dieser Satz stammt aus unserer aktuellen Konjunkturprognose. Er diente unseren Analysten dazu, eine pessimistischere Gangart als zuvor gewählt zu durchdenken und zu begründen. Ergänzt wurde er durch die Annahme, dass dieser Konflikt eine schwächere Dynamik beim Welthandel zur Folge hat und die Erwartungen zu Zinsen, Inflation und Aktienkursen reduziert.

Prognosen basieren auf Gefühl?

Volkswirte, Betriebswirte, Mathematiker und viele andere – nicht selten promoviert – basieren ihre Prognosen auf gefühlten Daten? Das hört sich nicht gerade Vertrauen erweckend an und würde wohl kaum die Aufmerksamkeit rechtfertigen, die solcherlei Prognosen regelmäßig erfahren.

Unsicherheit führt zu zögerlichem Handeln

Tatsächlich ist die Wirkung von Unsicherheit auf die wirtschaftliche Entwicklung recht gut erklärbar und nachvollziehbar. Denn am Ende sind es Menschen, die wirtschaftliche Entscheidungen treffen, und Menschen handeln bei Unsicherheit anders – in der Regel vorsichtiger.

So wird ein Unternehmenslenker, der Produkte in den Iran verkauft, eine anstehende Erweiterungsinvestition auf Eis legen, bis er die für sein Geschäft bestehende (geo-)politische Unsicherheit besser einschätzen kann oder diese verflogen ist. Ein Arbeitnehmer in jenem Unternehmen wird die Anschaffung eines teuren Gegenstandes, für den er sich vielleicht mehrere Jahre verschulden muss und daher die Sicherheit seines Einkommens benötigt, zurückstellen, bis mehr Klarheit herrscht und sich der Grad der Unsicherheit für ihn zurückgebildet hat.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, jedoch …

Wenn Investitions- und Konsumentscheidungen zurückgestellt werden, dann hat das unmittelbar negative Konsequenzen für die konjunkturelle Entwicklung. So sinnvoll solches Handeln sein mag, es schadet der Wirtschaft. Denn das Bruttoinlandsprodukt ist mathematisch nichts anderes als die Summe von Investitionen und Konsum der Bürger, der Unternehmen und des Staates.

Wenn Investitionen und Konsum sinken, sinkt das Bruttoinlandsprodukt und Unternehmen verdienen weniger Geld. Das schmälert die Attraktivität einer Beteiligung an diesen Unternehmen – die Aktienkurse fallen. Sinkende Gewinne mindern die Fähigkeit der Unternehmen, ihre Schulden zu bedienen. Daher wird im Zuge einer schwächeren Konjunktur auch ein Investment in Unternehmensanleihen unattraktiver, weil riskanter – mit der Folge auch hier fallender Kurse. So kann aus einem zunächst (nur) vorherrschenden Gefühl tatsächlich eine negative Kapitalmarktreaktion folgen.

Es müssen im Übrigen nicht immer Konflikte zwischen Staaten (Geopolitik) sein, die solcherlei Zurückhaltung auslösen und die Wirtschaft hemmen. Auch Unsicherheit über die politische Entwicklung im eigenen Land kann das Vertrauen und in der Folge das Handeln der Konsumenten und Unternehmen erheblich ausbremsen. Eine anstehende Steuerreform (siehe USA), die Abschaffung von Regulierung (Zuckermarktordnung), der umweltpolitische Kurs (Zukunft der Förderung erneuerbarer Energien) und sogar regionale Entscheidungen (Dieselfahrverbot in meiner Stadt?) können Investitions- und Konsumentscheidungen erheblich beeinflussen.

Verunsicherung ist messbar

Um den Grad der Verunsicherung, der aktuell vorherrscht, zu bestimmen, haben die US-amerikanischen Wissenschaftler Baker, Bloom und Davis vom nationalen Wirtschaftsforschungsinstitut NBER (National Bureau of Economic Research) eigens einen Index entwickelt und berechnen diesen fortlaufend. Die globale Version des „Economic Policy Uncertainty Index“ zeigt derzeit in der Tat einen im Vergleich zur Historie erhöhten Grad der Verunsicherung an.

Nicht nur ein Bauchgefühl: Trump & Co. verunsichern tatsächlich

Die Vermutung trügt also keineswegs. Ganz im Gegenteil: Der unkonventionelle Regierungsstil Donald Trumps, der bevorstehende Brexit, die zahlreichen geopolitischen Konfliktherde und nicht zuletzt der in vielen Ländern aufkeimende Populismus verunsichern die Wirtschaft. Auch die ersten Ideen der neuen italienischen Regierung tragen nicht eben zur allgemeinen Entspannung bei. Die US-Version des Unsicherheitsindex wird bereits seit 1980 berechnet. In dieser Zeit haben die Forscher statistisch belegte Erfahrungen dafür gesammelt, dass von derartiger Politik tatsächlich eine Belastung für die Wirtschaft ausgeht. Deshalb erscheint unsere Annahme plausibel, dass sich die globale Konjunktur infolge der politischen Unsicherheit etwas weniger dynamisch entwickeln wird. Somit werden auch die Kapitalmärkte etwas weniger Aufwärtspotenzial haben. Und das Ganze beruht nicht (nur) auf (Bauch-)Gefühl.

Globale wirtschaftspolitische Unsicherheit

1997 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 2018 J 350 250 300 200 50 100 150 0 PT 11. September 2. Golfkrieg Finanzkrise EurokriseUS-Fiskalstreit Flüchtlings-welle Europa Brexit-Votum Trump-Wahl FinanzkriseAsien & Russland MittelwertSEIT Finanzkrise MS MittelwertVOR Finanzkrise MV Unsicherheits-Index UI Benchmark B Strategie S Unterrendite UR

Verwendung von Daten für 18 Länder, auf die 2/3 des globalen BIP entfallen / Quelle: National Bureau of Economic Research (NBER)

Anmerkung: Der von NBER ermittelte Economic Policy Uncertainty Index basiert auf der Auswertung von Zeitungsartikeln über politikbedingte wirtschaftliche Unsicherheit, der Anzahl der in den kommenden Jahren endenden bundesstaatlichen Steuerregelungen sowie der Diskrepanz zwischen Konjunkturprognostikern als eine Variable für Unsicherheit. (siehe hierzu auch http://www.nber.org/papers/w21633)

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