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Die nachfolgenden Internetseiten der DZ BANK dürfen nur von Personen angesehen werden, deren dauerhafter Wohn-/Geschäftssitz in einem der Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz ist, die sich nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, oder Japan befinden und die keine „U.S.-Person“ gemäß Definition der „Regulation S“ des amerikanischen Wertpapiergesetzes „U.S. Securities Act“ von 1933 in der jeweils gültigen Fassung (im Folgenden „U.S.-Person“) sind. Die DZ BANK übernimmt insbesondere keine Verantwortung für die Verbreitung des Inhalts von Internetseiten gegenüber Personen, die nachfolgend falsche Angaben machen.

Ich habe meinen dauerhaften Wohn-/Geschäftssitz in einem Mitgliedsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz und habe die Pflichtangaben und Interessenkonflikte / Rechtliche Hinweise gelesen und bin mit ihnen einverstanden. Ich bestätige, dass ich mich derzeit nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada oder Japan befinde, dass ich keinen dauerhaften Wohnsitz in den Vereinigten Staaten von Amerika habe und dass ich auch keine „U.S.-Person“ bin.

#2
Ausgabe

An die Substanz

Corona-Pandemie stellt Weltwirtschaft vor ungekannte Herausforderungen

Im Fokus
Dr. Michael Holstein, Economist
6 min
380 Leser
10.06.2020

Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession gestürzt. Die Wachstumszahlen für die Wirtschaftsleistung aus verschiedenen Ländern im ersten Quartal 2020 geben einen Eindruck davon, wie heftig die Krise ausfällt. Besonders in Europa, wo die Wirtschaft coronabedingt schon Mitte März teilweise stark heruntergefahren wurde, dürfte der Konjunktureinbruch in diesem Jahr ein bisher nicht gekanntes Ausmaß annehmen. In den USA und den anderen großen Volkswirtschaften geht der Schaden ebenfalls an die finanzielle Substanz.

In Deutschland haben sich die wirtschaftlichen Aussichten in den letzten Wochen sehr stark eingetrübt. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Virus-Infektionen, die zum großen Teil seit Mitte März in Kraft sind, haben die wirtschaftlichen Aktivitäten besonders in Teilen des Dienstleistungsgewerbes weitgehend zum Stillstand gebracht. Zwar wurde bereits über erste Lockerungen der einschneidenden Beschränkungen entschieden. Dennoch werden große Teile der Wirtschaft weiterhin nur in einer Art Notbetrieb funktionieren können. Daran können auch die von der Politik beschlossenen umfangreichen Gegenmaßnahmen und Hilfspakete nichts grundlegend ändern. Das vereinfachte Verfahren zum Kurzarbeitergeld und die großvolumigen Liquiditätshilfen für betroffene Unternehmen können aber zumindest Umsatzausfälle überbrücken und Insolvenzen so weit wie möglich vermeiden.

Mittlerweile werden in vielen anderen Ländern die harten Einschränkungen der Wirtschaftstätigkeit allmählich zurückgefahren. Das sind grundsätzlich gute Nachrichten für die Wirtschaft. Dennoch will der Konjunkturmotor noch nicht wieder richtig anspringen. Denn die Schritte zur Wiederbelebung der Wirtschaft können aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr nur klein sein. Zu tief sitzt die Verunsicherung und zu groß ist die Angst vor einer zweiten Pandemiewelle. Die Belastungen werden wohl noch bis ins nächste Jahr zu spüren sein.

Unsere Prognose für das globale Wirtschaftswachstum haben wir daher in den vergangenen Wochen drastisch gesenkt. 2020 dürfte die Weltwirtschaft um 4% einbrechen und sich im kommenden Jahr nur vergleichsweise moderat erholen. Gleichzeitig bleibt der Rohölpreis auf niedrigem Niveau. In diesem Umfeld dürften die Inflationsraten im laufenden Jahr nur äußerst schwach ausfallen.

Weltkonjunktur bricht ein

Quelle: DZ BANK

Von historischem Ausmaß

Aufgrund der tiefen Rezession stehen auch die Arbeitsmärkte der westlichen Industriestaaten unter einem enormen Druck. Eine drastische Zunahme der Arbeitslosigkeit wird trotz aller Bemühungen in vielen Ländern nicht zu verhindern sein. Dabei gehen die Arbeitsmärkte in sehr unterschiedlicher Verfassung in die Krise. Zudem zeigt die Erfahrung aus der Finanzkrise auch, dass sie in den verschiedenen Ländern auf einen Konjunkturabschwung nicht gleich stark reagieren. Einen besonders kräftigen Anstieg der Arbeitslosenquote erwarten wir in den USA sowie in den großen südeuropäischen Volkswirtschaften. Der deutsche Arbeitsmarkt hat gute Voraussetzungen, vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Krise zu kommen – angesichts der guten Beschäftigungssituation vor Corona, dem nach wie vor bestehenden Fachkräftemangel in Branchen wie der Pflege, einem starken Kündigungsschutz und vor allem dank der großzügigen Anwendung der Kurzarbeitsregelung.

Arbeitslosigkeit nimmt stark zu

Quelle: DZ BANK

Die schlechtere Arbeitsmarktlage wird wiederum erhebliche Auswirkungen auf den privaten Konsum und damit auf die Wachstumsraten der großen westlichen Volkswirtschaften haben. Denn mit der rasant steigenden Zahl von Arbeitslosen und Kurzarbeitern sinken die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte schmerzhaft – auch hierzulande. Hinzu kommt wohl ein Dämpfer bei den Lohnsteigerungen. Daher dürfte sich die Konsumnachfrage nur relativ langsam erholen, selbst wenn der „Lockdown“ in einigen Ländern nun vorsichtig gelockert wird.

Als Folge der Unsicherheit und der daraus resultierenden Konsumzurückhaltung sollte sowohl in den USA und Großbritannien als auch in Kontinentaleuropa die Sparneigung tendenziell zulegen. Allerdings werden die Unternehmen in der aktuellen Lage umfangreiche Investitionen kaum in Betracht ziehen. Daher dürften die höheren Ersparnisse in vielen Ländern über Börsen oder Finanzintermediäre vor allem zur Finanzierung der explodierenden Staatsschulden verwendet werden.

Die damit bezahlten Fiskalmaßnahmen der Regierungen müssen sinnvoll eingesetzt werden, um die Wirtschaft vor einer konjunkturellen Abwärtsspirale zu bewahren. Klar im Vordergrund steht derzeit die Bekämpfung der Pandemie, von Arbeitslosigkeit sowie die Vermeidung von Unternehmensinsolvenzen. Wenn die Situation unter Kontrolle ist, werden auch – wie gerade in Deutschland durch die befristete Senkung der Mehrwertsteuer – noch konsumfördernde Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Ersparnis steigt – aber wohin mit dem Geld?

Die Folgen der Ausbreitung des Corona-Virus machen sich zunehmend auch im Sparverhalten der Deutschen bemerkbar. Nach unserer Einschätzung dürften die verfügbaren Einkommen in diesem Jahr um gut 1% sinken. Gleichzeitig bricht der private Konsum ein, sodass die Sparquote hierzulande auf voraussichtlich 12,5% steigt. Das wäre die höchste Sparrate seit 1992.

Einkommen sinken – Sparquote steigt
Einkommen, Konsum und Sparquote privater Haushalte* in Deutschland

* Private Haushalte einschließlich Organisationen ohne Erwerbszweck
** nominaler Zuwachs in % gegenüber Vorjahr
*** Ersparnis in % des verfügbaren Einkommens
Quellen: Statistisches Bundesamt, 2020 Prognose DZ BANK

Allerdings wissen viele Privatanleger nicht, wohin mit ihrer Ersparnis. Bereits in den letzten Jahren verursachten die anhaltend niedrigen Zinsen bei den traditionell eher risikoscheuen Privathaushalten einen gewaltigen Geldanlagestau. Die coronabedingten Kurseinbrüche an den Aktienmärkten führten im März dann zu hohen Wertpapierverkäufen und Nettoabflüssen bei Investmentfonds. Das hat den Geldanlagestau weiter verschärft. Bis Jahresende dürfte der Anteil der in Form von Sichteinlagen und Bargeld zwischengeparkten Mittel auf voraussichtlich rund 30% des gesamten privaten Geldvermögens wachsen.

Gleichzeitig bremsen die extrem niedrigen, teils sogar negativen Zinsen sowie die Wertverluste bei Aktien und Fonds den Geldvermögensaufbau stark ab. Trotz einer historisch sehr hohen Sparquote wachsen die Geldvermögensbestände der privaten Haushalte in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich mit einem Plus von rund 2% nur unterdurchschnittlich auf einen Stand am Jahresende von rund 6,8 Billionen Euro.

Aus den Fugen – trotz Hilfen

Die coronabedingte Krise führt zu einem weltweiten Wirtschaftseinbruch von historischen Ausmaßen. In vielen Ländern steigen die Arbeitslosenzahlen stark an, die Einkommen sinken. Zwar sorgen die Zentralbanken mit hohen Liquiditätsspritzen dafür, dass die Finanzmärkte funktionsfähig bleiben. Viele Unternehmen geraten dennoch durch die hohen Umsatzverluste in existenzielle Schwierigkeiten. Für die Anleger bleibt das Umfeld daher vorerst ausgesprochen unsicher.

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