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Die nachfolgenden Internetseiten der DZ BANK dürfen nur von Personen angesehen werden, deren dauerhafter Wohn-/Geschäftssitz in einem der Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz ist, die sich nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, oder Japan befinden und die keine „U.S.-Person“ gemäß Definition der „Regulation S“ des amerikanischen Wertpapiergesetzes „U.S. Securities Act“ von 1933 in der jeweils gültigen Fassung (im Folgenden „U.S.-Person“) sind. Die DZ BANK übernimmt insbesondere keine Verantwortung für die Verbreitung des Inhalts von Internetseiten gegenüber Personen, die nachfolgend falsche Angaben machen.

Ich habe meinen dauerhaften Wohn-/Geschäftssitz in einem Mitgliedsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit Deutsch als Amtssprache oder in der Schweiz und habe die Pflichtangaben und Interessenkonflikte / Rechtliche Hinweise gelesen und bin mit ihnen einverstanden. Ich bestätige, dass ich mich derzeit nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada oder Japan befinde, dass ich keinen dauerhaften Wohnsitz in den Vereinigten Staaten von Amerika habe und dass ich auch keine „U.S.-Person“ bin.

#4
Ausgabe

Abgebremst

Die Konjunktur verliert an Fahrt und für Aktien wird es holpriger

Marktperspektive
Michael Kopmann
6 min
536 Leser
13.12.2018

Geopolitische Unsicherheiten dämpfen das Wachstum der globalen Wirtschaft. Insbesondere der Handelskonflikt zwischen den USA und China trübt die Investitionsfreude – inzwischen auch bei Unternehmen in Deutschland. Dementsprechend geht die hiesige Wirtschaft mit spürbar geringerer Dynamik in das zehnte Wachstumsjahr in Folge. 

Ungemach droht der Wirtschaft auch durch die zunehmenden Spannungen innerhalb Europas, unter anderem durch Uneinigkeiten in der Haushaltspolitik sowie durch den bevorstehenden Brexit. Die EZB setzt vor diesem Hintergrund ihren zögerlichen geldpolitischen Kurs fort. Eine Anhebung des Einlagezinses ist daher erst im Herbst 2019 zu erwarten. Auch danach bleibt die Geldpolitik sehr expansiv. Die Aktienmärkte werden in diesem Umfeld kräftig schwanken, jedoch im Jahresverlauf Zuwächse verzeichnen. Der DAX steigt bis Ende 2019 auf 12.000, der Euro Stoxx 50 auf 3.400 Punkte. 

Geopolitische Bremse

Die Weltwirtschaft wird nach unserer Einschätzung im Jahr 2019 stabil um 3,6% wachsen. Zum Jahresauftakt 2018 haben – nach der kräftigen Dynamik im vergangenen Jahr – eine ganze Reihe von geopolitischen Unsicherheiten die Weltkonjunktur gebremst, allen voran die von der US-Regierung ausgehenden internationalen Handelskonflikte. Während derzeit vor allem der Warenverkehr mit China im Fokus steht, dürfte 2019 auch der transatlantische Freihandel ins Visier des US-Präsidenten geraten. Unterdessen läuft die Binnenkonjunktur der USA auf Hochtouren und wird durch den finanzpolitischen Stimulus der Steuerreform noch zusätzlich befeuert. Dies und die schrittweise Erhöhung der US-amerikanischen Leitzinsen führen zu Kapitalabflüssen aus den Schwellenländern, was den USA nützt, jedoch für die wirtschaftliche Entwicklung der Schwellenländer ein Risiko darstellt. Besonders in hoch verschuldeten Ländern wie der Türkei und Argentinien kam es bereits zu Währungskrisen.

Weltwirtschaft: Das Ende des Booms hat begonnen

2,22,21,71,41,92,41,91,51,0-3,51,52,21,51,71,7-0,21,01,71,01,06,76,96,56,53,23,63,63,6´16´17´18p´19p1,62,22,92,7RusslandChinaEUUSADeutschlandWeltweitBrasilienJapan
Alle Angaben zu den BIP-Wachstumsprognosen in Prozent
Quellen: Datastream, DZ BANK Research

Deutschland geht 2019 ins zehnte Aufschwungsjahr

Wir erwarten jedoch nicht, dass es im kommenden Jahr zu tatsächlichen Begrenzungen für den Freihandel kommt. Letztlich sollte sich nach allen verbalen Scharmützeln die Erkenntnis durchsetzen, dass bei Handelskonflikten alle Seiten am Ende als Verlierer dastehen. Zwar werden die Unternehmen verunsichert, doch faktische Handelsbeschränkungen werden die Ausnahme bleiben. Unter dieser Voraussetzung erwarten wir eine etwas verlangsamte, aber doch weiter steigende Nachfrage nach deutschen Exportgütern. Die Wachstumsraten dürften bei den Ausfuhren 2019 ähnlich wie 2018 bei rund 3% liegen. Die Importe dürften aufgrund der stabilen Binnenkonjunktur mit einer Wachstumsrate von rund 4,5% etwas stärker zulegen. Im Ergebnis wird der häufig kritisierte deutsche Außenhandelsüberschuss demnach leicht zurückgehen. 

Das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik wird derweil im Jahr 2019 weiter zulegen, jedoch mit einem gegenüber dem laufenden Jahr gebremsten Tempo. Insgesamt erwarten wir für das Gesamtjahr 2018 ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,6%. In den beiden Folgejahren dürften es je 1,4% sein. Die deutsche Wirtschaft ist in einen langsamen Sinkflug übergegangen, aber die harte Landung bleibt aus. 

EZB setzt ihren geldpolitischen Kurs fort, hinkt aber der FED hinterher

Trotz der zahlreichen Spannungsfelder – Brexit, Budgetstreit in Italien, US-Handelskonflikt – betrachten die EZB-Währungshüter die Risiken für den Konjunkturausblick nach wie vor als ausgeglichen – und behalten ihren Kurs der sehr vorsichtigen geldpolitischen Straffung bei. Gegenwärtig gehen wir davon aus, dass die Notenbank zum Ende des Jahres die Anleihekäufe (netto neu) beenden wird. Erst mit Blick in Richtung Herbst 2019 deuten die Markterwartungen auf einen moderaten Anstieg des Einlagesatzes hin. Ein erster „richtiger“ Zinsschritt ist erst zum Ende des Jahres 2019 mit einer Erhöhung des Leitzinses von 0% auf 0,25% absehbar. 

Der kontrollierte Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik läuft weiter, aber die EZB hinkt der FED 4 bis 5 Jahre hinterher.

2013 2017 2014 2018 2015 2019 2016 2020 2017 2021 2018 2022 2021 2026 Tapering- Ankündigung Tapering- Beginn Tapering- Ende 1. Leitzins- erhöhung 2. Leitzins- erhöhung 3. Leitzins- erhöhung 4. Leitzins- erhöhung Beginn der Bilanzredkuktion Ende der Bilanzreduktion Tapering Zinserhöhung Bilanzreduktion Federal Reserve Europäische Zentralbank

Quelle: DZ BANK Research

Wir erwarten, dass die EZB-Geldpolitik auch nach dem Ende des Anleihekaufprogramms und ersten Leitzinserhöhungen Ende 2019 sehr expansiv bleibt. Damit halten auch die negativen Folgewirkungen in Bankbilanzen und auf Sparkonten an. Als problematisch könnte sich erweisen, dass die EZB der US-Notenbank FED in ihrem Ausstiegskurs hinterherhinkt. Diese Unwucht könnte Spannungen und Schwankungen auf den Devisenmärkten auslösen.

Tatsächliche Begrenzungen für den Freihandel sind 2019 nicht zu erwarten.

Aktienmärkte auf holprigem Pfad

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China, Schwächen in Brasilien, Argentinien und der Türkei, dazu die Unsicherheiten rund um den Brexit und der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU: Für die zyklischen DAX-Unternehmen haben diese Faktoren im zweiten Halbjahr zu Gewinnwarnungen am Fließband geführt. Ergänzt wurde dieser belastende Cocktail durch strukturelle Herausforderungen in der deutschen Automobilindustrie sowie durch Probleme bei einzelnen Unternehmen. Zwar läuft das Binnengeschäft in Deutschland dank hoher Kauffreude der Bürger und Staatsausgaben gut, die Belastungen im Außenhandel schlagen im DAX wegen der hohen Exportquote von über 70% jedoch durch. Nach Beendigung der Berichtssaison zum dritten Quartal zeigt sich, dass im laufenden Jahr die DAX-Gewinne bisher um 6% geschrumpft sind. Es ist mit Blick auf die Frühindikatoren wahrscheinlich, dass der Geschäftsverlauf im Schlussquartal nicht besser geworden ist, sodass der DAX dieses Jahr zu Recht (und zum ersten Mal seit 2011) mit einem deutlichen Kursminus abschließen dürfte.

Hohe politische Unsicherheit und nahes Ende des Aktienbooms sorgen für Schwankungen

Sorgen um China Brexit-Entscheid Zinssorgen USA Handelskrieg USA/China 40 30 35 25 20 15 10 50 45 P J 2013 2014 2015 2016 2017 2018 VDAX

Quellen: Datastream, DZ BANK Research

Kann 2019 wieder ein besseres Jahr werden? Das Sentiment am Aktienmarkt ist derzeit übertrieben negativ. Wir gehen auch davon aus, dass sich die Intensität, mit der einzelne DAX-Unternehmen in diesem Jahr zu kämpfen hatten, nicht wiederholen wird. Eine kurzfristige Basiserholung erscheint realistisch. Allerdings dürften sich die meisten der genannten politischen Probleme nicht ad hoc lösen lassen, sodass die DAX-Unternehmen auch 2019 in einem herausfordernden Umfeld agieren müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zinsen in den USA gestiegen sind und damit hoch verschuldete Unternehmen zunehmend in Schwierigkeiten kommen könnten. Ein Ende des Aktienaufschwungs steht noch nicht bevor, weil die Wirtschaftsleistung der großen Länder steigen sollte. Für den deutschen Leitindex erwarten wir per Jahresende 2019 einen Anstieg auf 12.000 Punkte, im Falle des Euro Stoxx 50 sollten es 3.400 Punkte werden. Diesen Prognosen liegt ein erwartetes Gewinnwachstum für 2019 zwischen 0% und 5% bei den DAX-Unternehmen und rund 5% bei den defensiveren Euro-Stoxx-50-Gesellschaften zugrunde – eine deutlich defensivere Einschätzung als derzeit vom Konsens (plus 12%) formuliert. Einen Rückgang der Unternehmensgewinne, wie es beim DAX in diesem Jahr zu beobachten war, erwarten wir 2019 aber nicht.

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